Die Architekten

Der Entwurf von Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT aus dem Österreichischen Bregenz setzt der vielfältigen Architektur des Werksviertels einen Ruhepol entgegen, der sich an den Speicherbauten des einstigen Industrie-Areals orientiert und für „das ganze Quartier eine Mitte schaffen soll“, wie Architekt Anton Nachbaur-Sturm bei der Vorstellung des Siegerentwurfs erklärte. „Wir bauen einen Klangspeicher, eine Kathedrale, einen Musiktempel.“

Cukrowicz Nachbaur Architekten
Cukrowicz Nachbaur Architekten

Assoziativ lässt der Entwurf an ein großes Zelt, eine Werkshalle, ein Speichergebäude oder eine Markthalle denken. Es ist ein freistehender Baukörper mit vier gleich gewichtig behandelten Fassaden. Eine niedrige Sockelzone soll Passanten eine Nahbarkeit des Gebäudes vermitteln, während die Steilheit und Höhe des geneigten Dachbereichs dem 45 Meter hohen Haus von der Ferne eine deutlich erkennbare Gestalt verleiht.

Lageplan Modell Konzerthaus München
Lageplan Modell Konzerthaus München

Die Außenhülle des Konzerthauses soll aus Glas bestehen, einem Material, das ebenso industriell robust, wie festlich und filigran wirken kann. Nach Einbruch der Dämmerung wird dadurch das Gebäude zu einem Leuchtkörper und strahlendem Festzelt.

Konzerthaus München - Leuchtkörper
Konzerthaus München - Leuchtkörper

In der Erdgeschosszone ist der Baukörper auf das Quartier bezogen, ein Café-Restaurant und Ladenlokale sind zum Stadtraum hin orientiert. Im Nordosten befindet sich ein kleines Foyer für den kleinen Saal. Von dort besteht auch eine Verbindung zu der mehrgeschossigen großen Foyerhalle im nordwestlichen Teil des Gebäudes. Die einzelnen Geschossebenen werden mit Rolltreppen erschlossen. Die Volumen der Konzertsäle sind übereinander zentral im Baukörper platziert und bilden das „Herz“ des Hauses. Horizontal entspricht dem die Organisation in die drei Zonen Foyer, Saal und Backstage/Verwaltung.

Konzerthaus München - Querschnitt
Konzerthaus München - Querschnitt

Der große Saal für rund 1.800 Besucher ist nach dem Vorbild des Wiener Musikvereins als „Schuhschachtel“ im Verhältnis 2:1:1 konzpipiert. Das Orchesterpodium ist leicht Richtung Zentrum verschoben, sodass auch dahinter Plätze angeordnet sind. Das Parkett steigt zu den Schmalseiten des Saals an und geht dort in den ersten der insgesamt drei Ränge über. Die Geometrie des Saals ist so bemessen, dass die Entfernung von den Musikern nicht weiter als rund 32 Meter liegt. Auch der kleine Saal ist als „Schuhschachtel“ mit 600 Plätzen entworfen. Eine Technikdecke und die flächige Ausstattung mit Hubpodien machen eine Nutzung für utnerschiedlichste musikalische Darbeitungen möglich. Durch die direkte Verbindung mit dem Foyer im Erdgeschoss sind zudem Bankette oder Stehempfänge realisierbar. Für experimentelle Formate gibt es als dritte Bühe die „Werkstatt“ mit 200 Plätzen.

Musikvermittlung im neuen Konzerthaus

Daneben sind ergänzend ein Stützpunkt der Hochschule für Musik und Theater München mit Aufführungsort und Proberäumen sowie ein Bereich für die Musikvermittlung für Kinder und Erwachsene vorgesehen.

Siegerentwurf

Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm

Stadt, Land

Bregenz, Österreich

Mitarbeiter

Martin Ladinger, Michael Mayer, Tobias Beyrer, Johanna Brunner, Gregor Benz, Dominik Hofstetter